Das Projekt „Gewalt hat eine Geschichte“ wird seit über zehn Jahren von Johanna Stein (Oppenheimer Geschichtsverein e.V.) und Jürgen Salewski, dem Leiter des Oppenheimer Jugendhauses, in Kooperation mit der Gedenkstätte KZ Osthofen initiiert. Einige Schüler*innengruppen aus den umliegenden Schulen präsentierten am 14.11.2025 in der IGS Oppenheim Vorträge zu diesem Thema.
Eines der Ziele ist es, die Erinnerung an die Verbrechen der Nazi-Zeit, vor allem auch an die in unserer Region, wachzuhalten.
Ein weiteres Ziel ist es, junge Menschen für Demokratie zu sensibilisieren, ihnen bewusst zu machen, dass Demokratie vom Mitmachen jedes Einzelnen lebt. Wenn sich die Mitglieder einer Gesellschaft engagieren und einbringen, wenn sie Verantwortung übernehmen, kann ein gutes Miteinander gelingen.
Eine Gruppe von Mädchen aus der 10e (Lina Caspar, Anka Döhler, Theresa Gindert, Lena Jäkel, Chiara Polzin, Lea Psik) hat sich gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Scheidt dazu entschlossen, bei diesem Projekt mitzumachen. Die Klasse hatte einige Wochen zuvor Besuch von der bekannten ZDF-Journalistin Dunja Hayali. Kurz nach ihrem Besuch in Oppenheim war diese massiven Anfeindungen und Bedrohungen – und somit extremer psychischer Gewalt – ausgesetzt, u.a. in den sozialen Medien. Genau das machten die Schülerinnen zum Thema in ihrem Vortrag.
Sie begannen die Darbietung in beeindruckender Weise mit einem Zitat von Margot Friedländer. Man sah und hörte die Holocaust-Überlebende in einem kurzen Video-Einspieler: „So hat es damals auch angefangen!“ Die Mädchen erklärten, was mit dem „So“ in Friedländers Aussage gemeint ist: Hass, Hetze, Egoismus, Vorurteile, Diskriminierung, radikale Meinungen, keine Kompromissbereitschaft, Spaltung der Gesellschaft. Wie es in der Geschichte damals weiterging, wissen wir alle.
An dieser Stelle im Vortr
ag leitete die Gruppe über in die Gegenwart. Nachdem die Schülerinnen kurz von Hayalis Besuch erzählten, zeigten sie, welche Bedrohungen, auch Morddrohungen, welchen Hass, welche Hetze die Journalistin immer wieder erleben muss. Es gibt auch noch viele andere, die solchem Hass ausgesetzt sind.
Die Mädchen stellten in ihrer Präsentation klar, dass u.a. solche Verhaltensweisen, der Hass, die Hetze, die Unmenschlichkeit mit dazu beitragen, dass eine Gesellschaft gespalten wird.
Als Dunja Hayali zu Besuch in Oppenheim war, gab sie den Jugendlichen Empfehlungen für die Zukunft mit auf den Weg: „Kümmert euch um andere.“, „Engagiert euch in der Gesellschaft.“, „Engagiert euch ehrenamtlich.“, „Hört euch gegenseitig zu und respektiert andere Meinungen.“ Diese Ratschläge präsentierten die Schülerinnen u.a. als mögliche Lösungsansätze für ein funktionierendes menschliches Miteinander ohne Hass und ohne Gewalt.
Ihren Vortrag beendeten sie mit einem weiteren Zitat von Margot Friedländer: „Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet. Seid Menschen. Seid vernünftig.“
Auch andere Jugendliche von verschiedenen Schulen im Umkreis präsentierten ebenfalls sehr interessante Beiträge.
Die Zuhörenden waren begeistert von den berührenden und bewegenden Darbietungen.
Am Ende überreichten die Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp und Jürgen Salewski den Gruppen jeweils eine Urkunde.